Was sind Hormone?

Hormone sind körpereigene Botenstoffe. Sie regulieren eine Vielzahl sehr unterschiedlicher biologischer Abläufe im menschlichen Körper. Dazu gehören beispielsweise die Verdauung, das Wachstum, die Herzaktivität oder die Fortpflanzung. Aber auch das Verhalten eines Menschen und seine Empfindungen werden durch Hormone beeinflusst.

Drüsen, Zellen und Rezeptoren

  • Hormone werden in spezialisierten Organen oder Geweben gebildet, den Hormondrüsen oder auch endokrinen Organen. Häufig werden sie mit dem Blut zu ihrem Wirkungsort transportiert, sie können aber auch in unmittelbarer Nachbarschaft der Zelle wirken, in der sie hergestellt wurden, oder direkt auf die Ursprungszelle zurückwirken.
  • Um ihre Botschaft zu überbringen, binden sich die Hormone an bestimmte Stellen ihrer Zielzellen, den Rezeptoren. Dieses System kann man mit einem Schlüssel (= Hormon), der nur in ein ganz bestimmtes Schloss (= Rezeptor) passt, vergleichen. Dockt ein Hormon an seinem Rezeptor an, löst es dadurch bestimmte Stoffwechselprozesse aus.


Vielfältige Wirkungen

  • Mittlerweile kennt man über 100 verschiedene Hormone und sicherlich gibt es noch viele weitere Hormone oder hormonähnliche Substanzen, die noch nicht entdeckt sind.
  • Einige der wichtigsten dieser körpereigenen Botenstoffe:
    • Insulin: Es wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet und reguliert den Blutzuckerspiegel.
    • Schilddrüsenhormone (Trijodthyronin, Thyroxin): Sie entstehen in der Schilddrüse und steuern Stoffwechsel, Wachstum und Körpertemperatur.
    • Cortisol: Dieses Hormon wird in der Nebenniere produziert und gilt als Stresshormon.
    • Sexualhormone (Östrogen und Progesteron bei der Frau, Testosteron beim Mann): Sie werden in den Eierstöcken bzw. Hoden hergestellt und sind wichtig für die Ausprägung der typischen Geschlechtsmerkmale von Frau und Mann sowie für die Sexualität und Fortpflanzung.
    • Aldosteron: Es stammt aus der Nebenniere und ist u. a. an der Blutdruckregulation beteiligt.
    • Wachstumshormon: Dieses wird in der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) produziert, es kontrolliert das Körperwachstum.
    • Oxytocin: Es wird im Hypothalamus gebildet. Dieses Hormon löst u. a. während der Geburt die Wehen aus und sorgt dafür, dass in der Stillperiode die Milch in die Milchdrüsen einschießt.


Hormonspiegel und Regelkreise

  • Die Bildung und Ausschüttung von Hormonen wird über Regelkreise gesteuert, die bei vielen Hormonen nach dem gleichen Prinzip ablaufen. Dies kann man sich so vorstellen:
    • Sinkt der Hormonspiegel im Blut unter einen bestimmten Sollwert, wird die Hormonausschüttung gesteigert und der Spiegel steigt an.
    • Umgekehrt wird die Hormonausschüttung bei einem Anstieg des Hormonspiegels über einen bestimmten Wert gedrosselt und der Spiegel sinkt wieder ab.
  • Häufig wirken mehrere solcher Regelkreise gleichzeitig auf ein Hormon ein. Die Hauptverantwortung trägt in diesem Fall meist der Hypothalamus, ein Teil des Zwischenhirns.


Hormonell bedingte Krankheiten

  • Genau wie es eine Vielzahl von Hormonen gibt, gibt es auch unzählige hormonell bedingte Krankheiten. Dazu zählt beispielsweise die Zuckerkrankheit (medizinisch: Diabetes mellitus). Sie ist eine verbreitete Volkskrankheit. Die Vergrößerung der Schilddrüse – der Kropf (medizinisch: Struma) – oder bestimmte Formen des Bluthochdrucks gehen ebenfalls auf Störungen im Hormonhaushalt zurück. Auch ein unerfüllter Kinderwunsch, Osteoporose und Fettstoffwechselstörungen können hormonell bedingt sein.
  • Den Arzt, der sich auf die Behandlung hormonell bedingter Erkrankungen spezialisiert hat, bezeichnet man als Endokrinologen, das Fachgebiet, mit dem er sich beschäftigt, als Endokrinologie.

 

Hormone sind körpereigene Botenstoffe, die zahlreiche Prozesse innerhalb des Körpers regulieren und beeinflussen. Es gibt eine Vielzahl verschiedener Erkrankungen, die auf eine Störung des hormonellen Systems zurückgehen. Sie werden vom Endokrinologen diagnostiziert und therapiert.