Was ist Cholesterin?

Cholesterin ist ein lebenswichtiger Baustein, z. B. für die Zellen und zur Produktion von Hormonen. Ein Zuviel an Cholesterin, zum Beispiel bei fettreicher Ernährung, kann der Körper jedoch nicht mehr verarbeiten. Auch erblich bedingte Fettstoffwechselstörungen kommen als Auslöser für erhöhte Cholesterinwerte in Betracht. Ein erhöhter Cholesterinspiegel verursacht zwar keine unmittelbaren Beschwerden, er führt aber zu Fettablagerungen in den Gefäßwänden und ist somit der wichtigste Risikofaktor bei der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Gutes und schlechtes Cholesterin

  • Bei einem gesunden erwachsenen Menschen werden etwa 40 Prozent des Cholesterins mit der Nahrung zugeführt und 60 Prozent vom Organismus selber hergestellt. Cholesterin benötigt der menschliche Körper zum Aufbau von Hormonen und Gallensäuren.
  • Fette und damit auch Cholesterin sind schlecht wasserlöslich und können deswegen nicht so einfach im Blut transportiert werden. Der Körper hilft sich deshalb durch eine Umhüllung mit Eiweißen. Auf diese Weise entstehen sog. Lipoproteine.
  • Das Cholesterin wird in Lipoproteinen mit unterschiedlicher Funktion transportiert. Die wichtigsten Formen sind LDL-Cholesterin (Low Density Lipoprotein) und HDL-Cholesterin (High Density Lipoprotein)
  • Das meiste Cholesterin zirkuliert im Blut in Form von LDL-Cholesterin, dem sogenannten „schlechten“ Cholesterin. Ein erhöhter LDL-Cholesterinwert ist einer der schwerwiegendsten Risikofaktoren für die Entstehung von Arteriosklerose, der Arterienverkalkung. Ist überschüssiges LDL-Cholesterin vorhanden, so lagert es sich in den Gefäßwänden ab und es entstehen Verkalkungen. Diese Verkalkungen werden Plaques genannt. Je mehr LDL-Cholesterin in den Arterienwänden abgelagert wird, desto ausgeprägter ist die Plaquebildung und desto enger wird die Arterie. Dadurch wird der Blutfluss geringer und Durchblutungsstörungen sind häufig die Folge. Wenn ein Plaque aufbricht, kann es zu einem plötzlichen Verschluss der Arterie und so z. B. zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall kommen.
  • Das „gute“ HDL-Cholesterin ist für den Rücktransport von überschüssigem Cholesterin zur Leber verantwortlich. Es kann sogar LDL-Cholesterin, das in den Arterienwänden abgelagert ist, aufnehmen und zur Leber transportieren. In der Leber kann das Cholesterin dann z. B. zu Gallensäuren umgebaut werden. Je höher der HDL-Cholesterinspiegel ist, desto besser ist der Schutz vor der gefährlichen Arterienverkalkung.


Gesunde Werte

  • Welche Blutfettwerte für den Einzelnen vertretbar sind, hängt vom Lebensalter, von eventuell vorhandenen Begleiterkrankungen und weiteren Risikofaktoren ab. Grundsätzlich gilt jedoch die Faustregel: Das im Blut enthaltene gesamte Cholesterin sollte Werte zwischen 175 und 190 mg/dl (4,5 und 4,9 mmol/l) nicht überschreiten. Der Anteil des „guten“ HDL-Cholesterins sollte davon mindestens 40 mg/dl (1 mmol/l) betragen. Der Zielwert des „schlechten“ LDL-Cholesterins ist abhängig vom individuellen Risikoprofil und sollte 160 mg/dl (4,2 mmol/l) nicht übersteigen.
  • Es reicht daher nicht aus, nur das Gesamtcholesterin zu bestimmen. Es sollte neben dem Gesamtcholesterin auch speziell das LDL-Cholesterin und das HDL-Cholesterin gemessen werden. Das Cholesterin wird bei einer Blutentnahme bestimmt. Hierfür sollten Sie 12 Stunden vor der Blutentnahme nichts essen und auch nicht übermäßig Sport treiben.
  • Entscheidend für die Risikobestimmung einer künftig zu erwartenden Herz-Kreislauf-Erkrankung oder eines Schlaganfalls sind allerdings nicht allein hohe Cholesterinwerte. Wichtig ist weiterhin die Berücksichtigung des Alters, des Lebensstils oder weiterer Erkrankungen und Risikofaktoren wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit).
  • Besteht bereits eine Arterienverkalkung, ist ein Herzinfarkt vorgefallen oder liegt eine Erkrankung wie Diabetes mellitus vor, so sollte das LDL-Cholesterin unter 100 mg/dl (2,6 mmol/l) liegen.


Was tun, wenn die Werte zu hoch sind

  • und Folgeschäden.
  • Nach der Bestimmung der Blutfettwerte betrachtet der Arzt die Werte für Gesamtcholesterin, HDL und LDL sowie auch die Triglyceridwerte (eine andere Sorte von Blutfetten).
  • Reicht eine Diät nicht aus, so erfolgt die Auswahl eines Medikaments je nachdem welche Bestandteile der Blutfette verändert sind. In manchen Fällen müssen auch verschiedene Medikamente kombiniert werden. Für diese Fälle gibt es Substanzen wie Statine, Cholesterin-Resorptinshemmer oder Nicotinsäure.

          Erhöhte Blutfettwerte führen unbehandelt mit der Zeit zu  Gefäßveränderungen


Herz-Kreislauf-Krankheiten sind die häufigste Todesursache in den Industrienationen. Allein in Deutschland sterben jährlich rund 200.000 Menschen an den Folgen. Eine der Hauptursachen dafür ist ein zu hoher Cholesterinspiegel, der zu Arteriosklerose und damit zu Herzinfarkt, Schlaganfall und anderen ernsthaften Erkrankungen führen kann.