AIDS/HIV – wie kann eine Ansteckung vermieden werden?

Vor etwa 25 Jahren kamen die ersten Fälle von AIDS in die Schlagzeilen. Seitdem hat sich die Erkrankung auf der ganzen Erde ausgebreitet. Noch immer infizieren sich weltweit mehr als zwei Millionen Menschen pro Jahr neu mit dem HI-Virus. Und das, obwohl die Übertragungswege bekannt sind. Jeder kann sich vor einer Ansteckung schützen.

Was genau ist AIDS?

  • AIDS ist eine chronische, lebensbedrohliche Erkrankung. Verursacht wird sie durch das Human Immunodeficiency Virus (Humanes Immunschwäche-Virus), kurz HIV. Dieses Virus schädigt bestimmte Zellen der Immunabwehr. Der Körper kann dann Fremdkörper wie Viren und Bakterien nicht mehr effektiv bekämpfen. Er wird anfälliger für Infektionen, mit denen er sonst ohne größere Probleme fertig werden würde.
  • „AIDS“ steht für Acquired Immunodeficiency Syndrome. Ins Deutsche übersetzt heißt das: Erworbenes Immunschwäche-Syndrom („Syndrom“ bedeutet das gemeinsame Auftreten mehrerer Symptome, die miteinander zusammenhängen). AIDS bezeichnet die Virusinfektion in einem späten Stadium: Erkrankte Menschen verlieren Gewicht, leiden an schweren Infektionen und bestimmten Krebsarten.


Übertragungswege

  • Das Virus wird ausschließlich durch Blut oder andere Körperflüssigkeiten von HIV-Infizierten auf andere Menschen übertragen. Die Hauptübertragungswege sind:
    • ungeschützter Geschlechtsverkehr, d. h. ohne Kondom
    • Spritzentausch unter Drogenabhängigen
    • von der (infizierten) Mutter auf das Kind
    • Schnitt- und Stichverletzungen (v. a. bei medizinischen Berufen)
  • Letztlich kann auch die Übertragung durch Blutkonserven nicht komplett ausgeschlossen werden, wenngleich dieses Risiko mittlerweile äußerst gering ist. In entwickelten Ländern werden alle Blutkonserven auf das Virus hin untersucht.


Auf Nummer sicher gehen

  • Um sich anzustecken, müssen Körperflüssigkeiten, also Blut, Samen (Sperma) oder Scheidenflüssigkeit (Vaginalsekret) der infizierten Person in den eigenen Körper gelangen.
  • Am sichersten kann man sich deswegen durch die Verwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr schützen. Dies gilt besonders bei riskanten Sexualpraktiken (z. B. Analverkehr), bei Risikogruppen (z. B. homosexuelle Männer) und bei häufig wechselnden Sexualpartnern. Ein hundertprozentiger Schutz ist aber auch mit Kondom nicht gegeben. Ein Kondom kann immer reißen oder durch die Verwendung von ungeeigneten Gleitmitteln undicht werden.
  • Medizinisches Personal sollte beim Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten immer Handschuhe tragen. Dies gilt auch für jeden anderen, der Erste Hilfe leistet.


Keine Infektionsgefahr im Alltag

  • Das Virus ist außerhalb von lebenden Zellen und Körperflüssigkeiten sehr empfindlich, das heißt, es kann schnell zerstört und unschädlich gemacht werden, etwa durch Hitze oder Reinigungsmittel.
  • HIV wird nicht über die Luft oder durch die sogenannte Tröpfcheninfektion weiterverbreitet (wie Grippe), sondern auf wenigen, klar benennbaren Wegen.
  • Im alltäglichen Umgang miteinander – also in Kindergarten und Schule, bei der Arbeit oder im privaten Umfeld – ist die Ansteckung nicht möglich. Also auch nicht durch Händeschütteln oder Wangenküsse. Selbst wer Geschirr oder Besteck, Handtücher oder Toiletten gemeinsam benutzt, ist vor einer Ansteckung sicher. Das Gleiche gilt fürs Blutspenden. Hier werden sterile Einmalnadeln benutzt, sodass jeglicher Kontakt mit fremdem Blut ausgeschlossen ist.

 

  • Immer daran denken: Kondome sind der beste Schutz vor einer Ansteckung, aber auch sie sind nicht absolut sicher.
  • Zusammen mit den Kondomen nur Gleitmittel verwenden, die auch dafür geeignet sind.
  • Bei Erste-Hilfe-Maßnahmen immer Handschuhe tragen.