Regelmäßige Gynäkologische Untersuchungen sind wichtig

Jede Frau sollte regelmäßig zur gynäkologische Untersuchung gehen und nicht erst bei Beschwerden. Die gynäkologische oder frauenärztliche Untersuchung dient der Vorsorge und Kontrolle. Sie ist wichtig, um Erkrankungen wie Brustkrebs und Gebärmutterhalskrebs frühzeitig zu entdecken. Ab dem 20. Lebensjahr sollte jede Frau etwa einmal jährlich zur Vorsorgeuntersuchung gehen.

Am Beginn jeder frauenärztlichen Untersuchung steht ein ausführliches Gespräch, erst dann folgt die eigentliche Untersuchung. Im Anschluss werden die Untersuchungsergebnisse und gegebenenfalls die Behandlung besprochen. Je nach Alter, Vorerkrankungen und eventuellen Beschwerden erfolgen unterschiedliche Untersuchungen. Nicht alle Untersuchungen müssen jedes Jahr wiederholt werden. So wird die Mammographie der Brustkrebsvorsorge beispielsweise alle zwei Jahre bei Frauen ab dem 50. Lebensjahr empfohlen.

 

Im Rahmen des Gesprächs spielen folgende Punkte eine wichtige Rolle:

  • Vorerkrankungen
  • Regelanamnese: Zeitpunkt der letzten Regelblutung, Zeitabstand zwischen zwei Blutungen, Ausbleiben der Regelblutung und Beginn der Wechseljahre
  • Aktuelle Beschwerden wie Regelschmerzen, Zwischenblutungen, Schmerzen im Unterleib oder ungewöhnlicher Ausfluss
  • Geburten
  • Aktuelle Verhütung oder Wunsch nach einem Verhütungsmittel
  • Einnahme von Medikamenten
  • Sexuelle Probleme in der Partnerschaft

 

Nach dem Vorgespräch erfolgen die Untersuchungen. Zu den möglichen Untersuchungen gehören:  

  • Die Tastuntersuchung der Brust zur Brustkrebsvorsorge und zum Erkennen von gutartigen Veränderungen.
  • Die Untersuchung auf dem gynäkologischen Stuhl. Es werden die äußeren und inneren Geschlechtsorgane auf Veränderungen untersucht. Das eingesetzte Spekulum dient der Spreizung der Scheidenwände und der Untersuchung des Muttermundes (der Portio).  Anschließend werden bei der bimanuellen Untersuchung (mit zwei Händen) die inneren Geschlechtsorgane untersucht. Beurteilt werden Lage, Größe und Form von Gebärmutter und Eierstöcken.
  • Im Rahmen der Kolposkopie werden Muttermund und Scheidenwände mit dem Kolposkop (einer Art Lupe) begutachtet. Krankhafte Veränderungen an der Scheidenhaut und Oberfläche des Muttermundes lassen sich erkennen. Eventuell werden gleichzeitig Gewebeproben entnommen. Durch Spezialabstriche lassen sich auch Infektionen mit Warzenviren (Humane Papilloma Viren, HPV) nachweisen.
  • Beim Abstrich, auch Pap-Test genannt, werden mit einem Watteträger zwei Abstriche vom äußeren Gebärmuttermund und vom Gebärmutterhals genommen, die auf Zellveränderungen hin untersucht werden. Finden sich Krankheitserreger, so sind eventuell weitere Abstriche nötig.
    So lassen sich beispielsweise auch Chlamydieninfektionen nachweisen. Chlamydien findet man sehr häufig bei Entzündungen der Eileiter und den umgebenden Geweben (Adnexitis). Diese Keime sind eine sehr häufige Ursache für spätere Unfruchtbarkeit. 

Bei verdächtigen Befunden kann eine Ultraschall-Untersuchung folgen. In der Regel wird sie als Vaginal-Ultraschall durchgeführt, wobei ein dünner Ultraschallkopf in die Scheide eingeführt wird. Auf diese Weise können Gebärmutter und Eierstöcke sehr gut betrachtet werden.

 

Meistens ist die Vorsorgeuntersuchung ein kleiner Routinebesuch beim Frauenarzt. Werden verdächtige Befunde entdeckt, so wird der Arzt entweder eine Kontrolluntersuchung empfehlen oder weitere Untersuchungen zur Diagnostik vorschlagen.

Eine gynäkologische Untersuchung wird manchmal als unangenehm empfunden. Trotzdem sollte sie regelmäßig stattfinden. Wenn Krankheiten wie Krebserkrankungen frühzeitig erkannt  werden, sind die Heilungschancen wesentlich besser.

Stand: 10.2010