Wem nützt die HPV-Impfung?

HPV ist die Abkürzung für Humane Papillomviren. Experten machen diese Viren für Gebärmutterhalskrebs verantwortlich. Seit Herbst 2006 ist der erste Impfstoff zugelassen, der vor einer Infektion mit HPV schützt. Die Impfung wird allen Mädchen zwischen zwölf und siebzehn Jahren als Standardimpfung empfohlen.

Gefährliche Infektion

  • Unter dem Namen Humane Papillomviren oder kurz HPV wird eine Gruppe von über 100 verschiedenen Viren zusammengefasst. Die HPV-Typen 16 und 18 sind die Ursache von etwa 70 Prozent aller Krebserkrankungen des Gebärmutterhalses. Sie werden während des Geschlechtsverkehrs von einem infizierten Partner auf den anderen übertragen. Meist bleibt die Infektion unbemerkt und heilt innerhalb von 6 bis 24 Monaten aus. Hält sie jedoch länger an, verändert sich im Laufe der Zeit das Gewebe am Gebärmutterhals, was schließlich Krebs hervorrufen kann.
  • Auch Männer können eine HPV-Infektion bekommen und als Überträger fungieren. Eine Impfung wird aber zur Zeit nicht empfohlen.


Wirksame Vorbeugung

  • Große Studien haben gezeigt, dass eine Impfung die Infektion mit den HPV-Typen 16 und 18 wirksam verhindert. Dadurch beugt sie den meisten Fällen von Gebärmutterhalskrebs und dessen Vorstufen vor. Daneben kann sie auch vor einer Infektion mit den HPV-Typen 6 und 11 schützen. Diese beiden Typen sind zwar nur sehr selten für eine Krebserkrankung verantwortlich, rufen jedoch (harmlose) Genitalwarzen hervor. Die HPV-Impfung verhindert auch diese Genitalwarzen.
  • Eine bereits bestehende Infektion kann die HPV-Impfung jedoch nicht beseitigen, ebenso wenig beeinflusst sie schon vorhandene Zellveränderungen am Gebärmutterhals.


Wer sollte geimpft werden und wer trägt die Kosten?

  • Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV-Impfung allen Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren. Die Impfung sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen. Die Kosten trägt die Krankenkasse.

Ist die Impfung nicht im Alter zwischen 12 und 17 Jahren erfolgt, so ist Sie auch später nach einer individuellen Beratung durch ihren Arzt möglich. Hier sollte jedoch im Vorfeld mit der Krankenkasse geklärt werden, ob sie die Kosten übernimmt.



Wenig Nebenwirkungen und Komplikationen

  • Insgesamt ist die HPV-Impfung gut verträglich. Es kann zu Hautreaktionen an der Einstichstelle kommen, zu einer leichten Temperaturerhöhung, zu Kopf- oder Gliederschmerzen. Diese Nebenwirkungen verschwinden in der Regel nach kurzer Zeit. Da der Impfstoff lediglich aus der Virushülle besteht, ist eine Infektion mit HPV durch die Impfung nicht möglich.
  • Im zeitlichen Zusammenhang mit der HPV-Impfung ist in Deutschland und Österreich je ein plötzlicher und unerwarteter Todesfall aufgetreten. Diese Todesfälle wurden beide gründlich untersucht. Es wurde kein ursächlicher Zusammenhang mit der Impfung gefunden. Das Bundesministerium für Gesundheit änderte daher seine Einschätzung bezüglich der Sicherheit des Impfstoffes nicht.


Wie läuft die Impfung ab?

  • Die HPV-Impfung besteht aus drei Injektionen, die innerhalb von sechs Monaten gegeben werden müssen. Erst dann ist ein optimaler Impfschutz gewährleistet. Offen ist derzeit noch, wie lange der Impfschutz anhält und ob sowie wann eine Auffrischimpfung notwendig wird.


Die HPV-Impfung wird allen Mädchen vor dem ersten Geschlechtsverkehr im Alter von zwölf bis siebzehn Jahren empfohlen. In anderem Alter kann nach individueller Beratung durch ihren Arzt geimpft werden, allerdings sollte in diesen Fällen vorher geklärt werden, ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt.

Stand 08.2010