Tipps für das Verhalten in den Wechseljahren

Die Wechseljahre sind das Synonym für hormonelle Umstellungen bei der Frau im Alter. Mit Beginn der Wechseljahre kommt es zur Umstellung der hormonellen Steuerung des Körpers.

Was passiert in den Wechseljahren?

  • Die Wechseljahre stellen im Allgemeinen das Ende Ihrer Fortpflanzungsfähigkeit dar. Der Zeitraum der Wechseljahre ist variabel und liegt zwischen dem 40. und 70. Lebensjahr. Sie machen sich durch das Ausbleiben der Regelblutung sowie eine Umstellung der von den Eierstöcken produzierten Hormone bemerkbar.
  • Es kommt zum Nachlassen der Produktion des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen. Damit steigt der relative Anteil der männlichen Sexualhormone im Körper. Erscheinungen wie Hitzewallungen, vaginale Trockenheit, Harnprobleme, Stimmungsschwankungen usw. können damit einhergehen.


 Organveränderungen durch die Hormonumstellung

  • Durch die nachlassende Östrogenproduktion kommt es zur Verkleinerung der Gebärmutter und zunehmenden Trockenheit der Schleimhäute. Beim Geschlechtsverkehr können dadurch Vaginalzäpfchen nötig werden.
  • Durch die Rückbildung des Drüsengewebes in der Brust kommt es zur Verkleinerung der Brüste.
  • Die Schleimhäute der Blase und Harnwege werden schlechter durchblutet und die Beckenbodenmuskulatur erschlafft. Eine Folge können Probleme beim Wasserlassen sein. In manchen Fällen hilft hier die Beckenbodengymnastik. Ansonsten sollten Sie sich vom Frauenarzt beraten lassen.
  • Im Alter nimmt die Knochenmasse ab. Das Risiko für Osteoporose steigt. Hier wird oft die Einnahme von Vitamin D und je nach Schweregrad. zusätzlich von Bisphosphonaten empfohlen.
  • Der Östrogenmangel schädigt zusätzlich den Gelenkknorpel. Folglich können vermehrt Schmerzen an Knien und Hüfte auftreten.


Wann kommt eine Behandlung mit Ersatzhormonen in Frage?

  • Derzeit wird häufig die Behandlung mit Ersatzhormonen empfohlen, wenn die Hitzewallungen die Frau stören und ihre Lebensweise tagtäglich erheblich beeinträchtigen.
  • Zusätzlich muss man die positiven Wirkungen der Hormone auf den Stoffwechsel bedenken. Die Hormonersatztherapie schützt vor Osteoporose. Jeder Fall ist jedoch unterschiedlich. Eine gynäkologische Beratung ermöglicht Ihnen eine angemessene Behandlung.


Was können Sie selber tun?

  • Durch die hormonelle Umstellung kommt es nicht nur zu einer Organveränderung. Auch der Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel ändern sich.
  • Oft sind die Wechseljahre mit einer Gewichtszunahme bei gleichzeitigem Abbau der Muskelmasse verbunden.
  • Um den Stoffwechsel zu unterstützen, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken und das Gewicht im Griff zu halten sind ausgewogene Ernährung und Bewegung für die Frau in den Wechseljahren besonders wichtig.


Welche Ernährung ist empfehlenswert?

  • Ernähren Sie sich ausgewogen und strukturiert, um einer Gewichtszunahme vorzubeugen.
  • Essen Sie viel Gemüse.
  • Essen Sie 3 Früchte pro Tag und achten Sie auf die Nährwerte (in einem Apfel ist z. B. genauso viel Zucker enthalten wie in 15 Kirschen oder 15 Trauben).
  • Essen Sie weniger tierische Fette, insbesondere wenn Sie einen erhöhten Cholesterinspiegel haben.
  • Bevorzugen Sie pflanzliche Proteine wie z. B. Fisch, Geflügel und mageres, helles Fleisch. Essen Sie dunkles Fleisch höchstens drei Mal pro Woche.
  • Verringern Sie Ihren Alkoholkonsum und trinken Sie durchschnittlich nicht mehr als 2 Gläser Wein pro Tag.


Sorgen Sie für ausreichend Bewegung

  • Körperliche Betätigung wirkt sich vorteilhaft auf Ihren Stoffwechsel aus:
    • Sie senkt den Blutzucker.
    • Sie erhält die Muskelmasse, die für den Stoffwechsel wichtig ist.
    • Sie erhöht die Empfänglichkeit Ihres Organismus für Insulin.
    • Sie fördert die Gewichtsabnahme und –stabilisierung.
    • Gehen Sie bevorzugt Schwimmen oder Laufen. Für das sportliche Laufen sollten Sie stets Ihre Füße pflegen und Ihre Schuhe mit Bedacht auswählen.


In den Wechseljahren kommt es zur Umstellung des Hormonstoffwechsels. Oft bringen die Wechseljahre eine Reihe von körperlichen Beschwerden mit sich. Eine Hormonersatztherapie kann man in Betracht ziehen. Körperliche Aktivität und eine ausgewogene Ernährung sind in dieser Lebensphase besonders wichtig.